Trauersprüche
01
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.

- Dietrich Bonhoeffer
02
Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem
Herzen innewohnt!

- Augustinus
03
Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.

- Immanuel Kant / Lucius Annaeus Seneca
04

Die Hoffnung ist der Regenbogen
über den herabstürzenden Bach
des Lebens.

- Friedrich Wilhelm Nietzsche

05
Das einzig Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir weggehen.

- Albert Schweitzer
06

Den Tod fürchten die am wenigsten,
deren Leben den meisten Wert hat.

- Immanuel Kant

07
Ich habe Tote, und ich ließ sie hin
und war erstaunt, sie so getrost zu sehen,
so rasch zuhaus im Totsein, so gerecht,
so anders als ihr Ruf. Nur du, du kehrst zurück
du streifst mich, du gehst um, du willst
an etwas stoßen, dass es klingt von dir
und dich verrät.

- Rainer Maria Rilke
08

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.

- Jean Paul

09
Mit jedem Menschen verschwindet
ein Geheimnis aus der Welt,
das vermöge seiner besonderen Konstruktion
nur er entdecken konnte,
und das nach ihm niemand wieder entdecken wird.

- Friedrich Hebbel
10

Was ein Mensch an Gutem
in die Welt hinausgibt,
geht nicht verloren.

- Albert Schweitzer

11
Niemand kennt den Tod, es weiß auch keiner,
ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiss,
dass er das schlimmste aller Übel sei.

- Sokrates
12

Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

- Dietrich Bonhoeffer

13
Ich setzte den Fuß in die Luft,
und sie trug.

- Hilde Domin
14

Falls der Tod aber gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist, was man sagt,
dass alle, die gestorben sind, sich dort befinden,
welch ein größeres Glück gäbe es wohl als dieses?

- Sokrates

15
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande
als flöge sie nach Haus...

- Joseph von Eichendorff
16

Ich kam, ich weiss nicht woher,
Ich bin, ich weiss nicht wer,
Ich leb, ich weiss nicht wie lang,
Ich sterb und weiss nicht wann,
Ich fahr, ich weiss nicht wohin,
Mich wunderts, dass ich fröhlich bin.

- Martin von Biberach

17
Die Blätter fallen. Fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

- Rainer Maria Rilke
18

O Herr, gib jedem seinen eignen Tod.
Das Sterben, das aus jenem Leben geht,
darin er Liebe hatte, Sinn und Not.

- Rainer Maria Rilke

19
in den Erinnerungen zu wühlen,
sich ihnen auszuliefern,
wie man auch ein kostbares Geschenk
nicht immerfort betrachtet,
sondern nur zu besonderen Stunden
und es sonst nur wie einen verborgenen Schatz,
dessen man sich gewiss ist, besitzt;
dann geht eine dauernde Freude und Kraft
von dem Vergangenen aus.

- Dietrich Bonhoeffer
20

Denk Dir ein Bild - weites Meer
ein Segelschiff setzt seine weissen Segel
und gleitet hinaus in die See.
Du siehst wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: 'Nun ist es gegangen!'
Ein anderer sagt: 'Es kommt!'
Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts
anderes als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere,
die ihn hinter dieser Grenze wiedersehen.

- Peter Streiff

21
Wer einen Fluß überquert
muß die eine Seite verlassen.

- Mahatma Gandhi
22

Möglicherweise ist ein Begräbnis unter Menschen
ein Hochzeitsfest unter Engeln.

- Khalil Gibran

23
Lass mich schlafen,
bedecke nicht meine Brust mit Weinen und Seufzen,
sprich nicht voller Kummer von meinem Weggehen,
sondern schließe deine Augen,
und du wirst mich unter euch sehen,
jetzt und immer.

- Khalil Gibran
24

Leuchtende Tage.
Nicht weinen, dass sie vorüber.
Lächeln, dass sie gewesen!

- Konfuzius

25
Was wir bergen in den Särgen
das ist nur der Erde Kleid
was wir lieben ist geblieben
bleibt uns auch in Ewigkeit.

- Ernst Schulze
26

Hoffnung
ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

- Vaclav Havel

27
Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die Du in unsere Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

- Dietrich Bonhoeffer
28

Unsere lieben Toten sind nicht gestorben,
sie haben nur aufgehört, sterblich zu sein.

- Ottokar Kernstock

29
Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treibe...
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr
- und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andren muss man leben!

- Mascha Kaléko
30

Es fragt uns keiner,
ob es uns gefällt,
ob wir das Leben lieben oder hassen,
wir kommen ungefragt auf diese Welt
und müssen sie auch ungefragt verlassen.

- Mascha Kaléko

31
Was wäre das Leben ohne Tod?
Wäre der Tod nicht,
es würde keiner das Leben schätzen,
man hätte vielleicht nicht einmal einen Namen dafür.

- Jakob Bosshart
32

Sonnenuntergang und auch Abendstern
an mich ergeht ein Ruf von Fern;
doch bitte trauert nicht,
weil ich nun geh'
muss ich doch stechen jetzt in See.
Dämmerung und Abendgeläut
und dann die dunkle Nacht;
ohne Trauer und Abschied
geht die Reise zu dem,
der über uns allen wacht.
Wir sind geboren an einem Ort zu unserer Zeit,
doch trage die Flut mich endlos weit
und wehte über die Schwelle so dann
stehe ich, so hoffe ich, vor unserem Steuermann.

- Alfred Lord Tennyson

33
Die Farben des Regenbogens verblassen
und die Blätter beginnen zu fallen.
Die Wolken verdunkeln die Tage.
Der Sommer ist nun vorrüber,
einst war er der Schönste.
Er flüstert ein leises auf Wiedersehen, und nun ist er fort...

- Jana
34

Der Friede der Wellen des Meeres sei sein,
Der Friede des Fließens der Lüfte sei sein,
Der Friede der ruhigen Erde sei sein,
Der Friede der leuchtenden Sterne sei sein,
Der Friede der nächtlichen Schatten
sei sein
Mond und Sterne mögen ihm immer leuchten.

- Alter Gälischer Segen

35

Erinnerungen sind kleine Sterne,
die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.
Der Tod ist wie ein Horizont,
dieser ist nichts anderes als die Grenze unserer Wahrnehmung.
Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere,
ihn hinter der Grenze wieder zu sehen.

Der Tod ist der Grenzstein des Lebens,
aber nicht der Liebe.

Wir Menschen sind Engel mit nur einem Flügel,
um fliegen zu können, müssen wir uns umarmen.
Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der uns lieb war, ging.
Was uns bleibt, sind Liebe, Dank und Erinnerung.
Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der uns lieb war, ging.
Was uns bleibt, sind Liebe, Dank und Erinnerung.

Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn;
er wird's wohl machen.

- Psalm 37,5

36

Alles im Leben hat seine Zeit,
jedes Ding hat seine Stunde unter dem Himmel.
Für das Geboren werden gibt es eine Zeit
und eine Zeit für das Sterben.

- Kohelet

37
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

- Psalm 91, 11-12
38

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen,
und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.

Offenbarung 21, 4

39
Alles was zerfällt, gehört der Erde.
Doch alles, was uns lieb ist, gehört dem Himmel.
Nimm Erden den Staub.
Nimm Himmel unsere Verstorbenen

- Anton Rotzette
40

Der Menschen Herz erdenkt sich einen Weg;
aber Gott allein lenkt ihren Schritt.

- Sprüche Salomos 16,9

41
Er sprach zu mir: Halt dich an mich,
es soll dir jetzt gelingen;
ich geb' mich selber ganz für dich,
da will ich für dich ringen;
denn ich bin dein und du bist mein,
und wo ich bleibe, da sollst du sein;
uns soll der Tod nicht scheiden.

- Martin Luther
42

Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht.
Er soll dich auf dem Weg schützen
und dich an den Ort bringen,
den ich bestimmt habe.
Achte auf ihn und hör auf seine Stimme.

- Exodus 23,20

43
Das Licht helfe dir, Kurs zu halten auf deiner Reise.
Der Wind stärke dir den Rücken.
Der Sonnenschein wärme dein Gesicht
und der Regen falle sanft auf deine Haare.
Bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich geborgen in seiner schützenden Hand.

- Irischer Reisesegen
44

Wenn wir verstehen,
dass wir mit allen Lebewesen verbunden sind,
verlieren wir die Angst.

- Buddhistische Quelle

45
Wenn wir unseren Körper verlassen,
frei von Schmerzen und allem,
was uns quälte -
dann können wir, leicht wie ein
Schmetterling, heimkehren zu Gott.